Luftschwimmer

Der Boden versinkt in der Tiefe.
Das dunkle Blau-grün verschwimmt
Während ich höher zwischen den Zweigen schwebe.
Mauerreste lassen sich hinter dem Dickicht vermuten,
Kaum zu erblicken - nur zu erahnen.

Es ist kein Geräusch - nur Schweigen.
Die Blätter und Nadeln sind nicht zu ertasten.
Dick und träge ist die Luft, doch kann ich sie atmen.

Das Schweben fällt nicht leicht,
Es ist zäher wie Schwimmen im Wasser.
Um vorwärts zu kommen stoße ich mich ab
Immer wieder kräftig nach unten.
Die Arme holen weit aus und versuchen vorwärts zu ziehen.

Ich muss schneller werden.
Ich muss mich anstrengen.

Wen verfolge ich? Oder werde ich gejagt?
Und wer folgt mir? Jemand ist hier.

Ich weiss es nicht mehr.
Habe es nie gewusst - nur geträumt.

Und finde mich plötzlich liegend auf weichem Grund wieder.
Und immer noch ist die Luft dunkel und träge und warm.
Die Gedanken verschwimmen.

träume
 
träumst du, dass du träumst wenn du träumst
träumst du einen traum in einem traum  
oder träumst du am tage und schläfst nur in der nacht
oder liegst du auch nachts wach
 
wenn ich wüsste, ob ich träume,
und auch wüsste, was ich träume
könnte ich wissen, ob ich von dir träume
oder nur wünsche, dass ich von dir träume
wenn ich träume

Abschied der Sonne
 
Majestätisch fällt
Die Sonne
In Purpur gehüllt
Hinter den Horizont
Behält ihre Strahlen für sich
Damit sie nicht friert

Sternenzähler
 
Die Dreiundzwanzig trägt nun schwarz und grau,
Abgelegt ist das Tagkleid in blau.
Ein nebliger Schleier über dem Funkeln
der Sterne Zeichen im weiten Dunkeln
 
Die Drei des Sommers entschwunden
Des blauen Bandes Drei noch nicht bereit
Des Herbstes Vier fast überwunden
Die Sechs der Kälte ist nun befreit
 
Erblicke entrückt
Das Fernglas gezückt
Die elf zweiundachtzig im Gürtel versteckt
Obgleich in der Ferne hast du mich erweckt.
 
Und Sieben und Sechsundzwanzig schon bald
Erstrahlt die Sonne neu über dem Wald.

Meine Muse
 
Oh Muse, die du meine Seele mit deinen Lippen benetzest,
unablässig, unendlich das Wasser der Gedanken sprudeln lässt,
lass niemals die Quelle versiegen.
deine Berührung nimmt mir den Atem,
wenn du mich tief im Herzen umarmst.
lass die Gefühle nicht sterben,
auch nicht die Schmerzen,
wenn aus dem Dunkel Licht entsteht,
aus einem kleinen funkelnden Saatkorn,
das unter Wehklagen zu einem Feuerwerk entbrennt.

Fügung
 
Der Sinn steht geschrieben im Himmel und funkelt oft hell in der Nacht
Die Antwort verbirgt sich in Träumen, übt aus die verborgene Macht
 
Der Geist sucht in finsteren Winkeln, und zerrt manches Sehnen ans Licht
Das Handeln läuft hinter dem Wollen, doch das kennt den Weg noch nicht
 
Die Räder rollen und wälzen sich stetig und drehen sich eng verzahnt
Rollen schneller voran und tragen den Wagen wo der Fahrer die Staße erahnt
 
Wenn der Nebel zerreißt und die Dämmerung weicht
Du kennst dich jetzt, es offenbart sich der Plan
Ein Schritt, noch einer, noch viele zu gehen
Du bist ein strahlender Stern auf seiner Bahn!

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